Mathe-Lust statt Mathe-Frust: Tipps für Lehrende

In fast jeder Klasse gibt es Schüler:innen, die Mathe nicht gut leiden können. Oft steckt dahinter die kindliche Feststellung, dass es anstrengend ist, Rechnen zu lernen – das ist unbequem und macht natürlich keinen Spaß. Doch wer aufgeschlossen und spielerisch in das oft ungeliebte Schulfach einführt, ermöglicht den Kindern einen positiven Einstieg ins Rechnen.

Schlau sein ist nicht alles.


Bereits 2012 zeigte eine Langzeitstudie der Universität München (LMU) mit 3.500 bayerischen Schüler:innen, dass Intelligenz für den Lernerfolg eine geringere Rolle spielt als bislang angenommen. Was stattdessen zählt, ist Motivation. Sechs Jahre lang verfolgte Kou Murayama, Professor für Pädagogische Psychologie in Tübingen, mit seinem Team die Entwicklung der Kinder, führte Leistungs- und Intelligenztests durch. Die Erkenntnis: Den größten Leistungszuwachs erzielten die Schüler:innen, die besonders motiviert waren. Ein guter Grund also, die gesamte Klasse immer wieder aufs Neue davon zu überzeugen, dass Rechnen Spaß macht. 

Mathe ist was für Jungs. Und für Mädchen.


Die Aussage, Jungs seien besser in Mathematik als Mädchen, hält sich hartnäckig. Forscher sehen darin allerdings eher einen Bildungsmythos und vermuten die Ursachen für die geschlechtsspezifischen Unterschiede im sozialen Umfeld und in Rollenklischees. Beides führt dazu, dass Mädchen sich in Mathematik weniger zutrauen als Jungs. Dass es dafür jedoch keinen Grund gibt, zeigt die 2019 veröffentlichte Studie der Psychologin Jessica Cantlon. Darin belegt sie die gleichwertigen mathematischen Fähigkeiten von Mädchen und Jungs. 

Haltung zeigen!


Wer mit Unlust oder Angst eine Sache angeht, wird kaum Spaß und vermutlich auch wenig Erfolg haben. Deshalb gilt: Je unbelasteter Kinder an die Mathematik herangeführt werden, desto besser. Das bedeutet, dass Äußerungen wie „Früher fand ich Mathe auch blöd“ oder „Mädchen mögen Mathe meist nicht so gern“ tabu sind. Zielführend ist stattdessen, Rechnen mit Spaß und Leichtigkeit und ohne Vorurteile zu vermitteln.

Mathe ist überall.


Ob beim Backen mit Oma, beim Einkaufen oder beim Wettlauf im Sportunterricht: Zahlen und Mengen kommen im Alltag überall vor. Häufig wissen Kinder gar nicht, wie selbstverständlich sie von Mathematik umgeben sind – und wie gut sie diese Herausforderung bereits meistern. Es lohnt sich daher, ihr Bewusstsein für die mathematische Alltagsrelevanz zu schärfen und ihren kindlichen Ehrgeiz dafür zu wecken. Schließlich ist es schon praktisch zu wissen, dass 250 Gramm Bonbons mehr sind als 100 Gramm.

Lasst uns spielen!


Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und den kindlichen Spieltrieb mit dem Erlernen der Rechenarten verbinden? Bruchrechnen beispielsweise lässt sich wunderbar beim Bauen mit Legosteinen erklären, Winkel mit dem Körper nachahmen oder das Einmaleins beim Abschreiten des Klassenzimmers üben. Auch beim Basteln von mehrdimensionalen Formen, Lösen kleiner Quiz-Aufgaben oder Stapeln von Calculix Zahlenbausteinen kann das Verständnis für Zahlen und Mengen spielerisch und quasi nebenbei vermittelt werden. Wenn das kein Anreiz ist – für Schüler:innen und Lehrer:innen!

Euer Calculix-Team

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